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News und Informationen

Griechenland war eine Reise wert!

Österreichs Special Olympics-Mannschaft kehrt mit 91 Medaillen aus Athen zurück

 

Griechisches Tagebuch, 4.Juli

Athen war unterm Strich ein voller sportlicher Erfolg für die rotweißrote Special Olympics-Mannschaft. 91 Medaillen (24 Gold, 34 Silber, 33 Bronze) bedeuten auch eine neue Bestmarke für die Statistik, aber eigentlich ist jeder Teilnehmer ein Sieger, denn das Special Olympics-Motto, sich wenigstens redlich bemüht zu haben, ist ja bekannt.

Eine große, zu lange und zu aufwändige Eröffnungsfeier haben wir erlebt, eine umso stimmigere und gefühlvolle Veranstaltung ist die Schlussfeier gewesen – vergleichsweise einfach und kurz, mit nur zwei Ansprachen, auch nicht pathetisch, sondern dem Anlass durchaus angemessen. In zwei Jahren finden ja bekanntlich die Special Olympics-Winterspiele in Korea statt, die Asiaten durften sich in Athen bereits präsentieren.

Was wird nun allen Athen-Reisenden von dieser großen Veranstaltung abgesehen von den Medaillen sonst noch in Erinnerung bleiben? Wir haben die heimischen Trainer und Betreuer um ihre Eindrücke dieser XIII World Summer Games gefragt. Als überwiegend positiv wurde die Anteilnahme und Freundlichkeit der Bevölkerung empfunden. Es war ja manchmal schwierig, sich zurecht zu finden, mit dem Lesen der griechischen Schrift haben sich viele schwer getan. Die Athener Taxifahrer haben nicht nur einmal unsere Specials-Leute gefahren, ohne dafür etwas zu verlangen. Die Sportstätten waren wie erwartet Extraklasse, was den Bewerben gut getan hat. Auch die Exekutive hat sich freundlich und entspannt gegenüber unseren Teilnehmern gezeigt, die Polizisten waren wohl froh, dass sie nicht den undankbaren und schwierigen Dienst im Stadtzentrum machen mussten. Die große weite Welt und ihre Vertreter aus fernsten Ländern kennen zu lernen, das haben viele von uns auch als sehr emotional empfunden. Und wir mussten feststellen, dass es bei solchen weltweiten Begegnungen kaum echte Sprachprobleme gibt. Athleten verständigen sich eben notfalls auch durch Mimik, Gestik, Zeichen, notfalls mit Händen und Füßen. Eine spontane Umarmung drückt mehr aus als tausend Worte es können. Und die immer wieder erlebte Fairness hat unsere Betreuer beeindruckt: Sind irgendwo Tränen der Enttäuschung geflossen, war immer ganz schnell ein Trostspender da.

Die große, unüberschaubare Armada der Volunteers in ihren bunten Leibchen und blauen Hosen wird uns fehlen. Meist hatten Sie ein herzliches Lächeln auf den Lippen, manchmal konnten sie auch streng und unnachgiebig sein, das hat dann immer ein wenig genervt. Ein freundliches „Hello!“ hat aber dann oft Türen und Tore unbürokratisch geöffnet. Ein großes, großes Kompliment diesen vielen Freiwilligen, die sich in den Dienst der guten Sache gestellt haben, die unermüdlich, oft bis zur Erschöpfung, gearbeitet haben, die so hervorragend gut so viele Fremdsprachen beherrscht haben – gerade unsere deutschsprachige Kolonie hat in den eineinhalb Wochen neue Freunde gefunden. An dieser Stelle sei auch nochmals den Touristikern in Korfu gedankt, die uns so herzlich und großzügig aufgenommen haben – jetzt könnten wir alle neuerlich ein paar Tage auf einer griechischen Insel ganz gut brauchen.

Natürlich hat es auch viele Schwachpunkte bei diesen Spielen gegeben. Die Transport-Situation haben die Organisatoren nie richtig im Griff gehabt, zu starr, zu unflexibel war in diesem Fall die Hierarchie, ein wenig mehr Rücksichtnahme und Verständnis für die Teilnehmer wäre gefragt gewesen. Viele Stunden untätig warten zu müssen, war bei der Hitze nicht immer lustig. Auch die Funktionäre waren mit der Abwicklung der Bewerbe oft überfordert.Die Quartiere waren in den allermeisten Fällen annehmbar, dem südlichen Standard angemessen, ohne jetzt ein böses Wort in den Mund nehmen zu wollen. Unsere ärztliche Abteilung musste einige Male während der Vorbereitungstage in Korfu intervenieren, während der Bewerbe selbst ist zum Glück (fast) nichts passiert. Keine Krankheiten, keine Unfälle, keine gröberen Verletzungen. Zum Glück bleiben uns ja immer nur die schönen Erinnerungen im Gedächtnis. Aus Athen, so denke ich, werden viele von uns lang bleibende gute Eindrücke mitnehmen. Damit schließt das Griechische Tagebuch der Special Olympics World Summer Games 2011.

hamü