Ab jetzt regiert der Sport

Die Special Olympics World Summer Games 2019 in Abu Dhabi und Dubai sind zwar offiziell noch nicht eröffnet worden. Aber dennoch kann man seit heute sagen: Jetzt haben sie richtig begonnen! Denn nachdem unsere Athleten gestern in die verschiedensten Hotels nahe der Wettkampfvenues eingezogen sind, war heute schon für einige von ihnen das Divisioning angesetzt bzw. wurden die ersten Trainingseinheiten durchgeführt. Und auch wenn man durch die beeindruckenden Sportstätten spaziert – etwa durch das ADNEC (Abu Dhabi National Exhibition Centre) – dann spielt es sich schon richtig ab. Man sieht immer irgendwo Athleten und Betreuer, die meisten von ihnen gut gelaunt, und an jeder Ecke steht ein Volunteer, der einem sofort hilft, wenn man etwas braucht. Natürlich wird man auch kontrolliert. Wenn man z. B. als Medienakkreditierter kein entsprechendes grünes Jackerl trägt, dann darf man die Zone für Fotografen nicht betreten... ;-) Die Volunteers weisen einen freundlich darauf hin, dass man eine sogenannte „Bib“ benötigt. Wenn man diese im Hotel vergessen hat, dann kann das schon etwas komplizierter werden.

Wie erwähnt: Freundlich sind die Menschen hier überall, man hat den Eindruck, dass sie tatsächlich jeden einzelnen der 7.500 Athleten und 4.000 Betreuer gerne willkommen heißen. Es geht ja auch um mehr als um den bloßen sportlichen Wettkampf. Es geht um ein großes Sportfest, das man gemeinsam zelebrieren möchte. Das hat man auch heute beim ersten Spiel unserer österreichischen Fußballer gegen den Oman gesehen. Die Truppe von Trainer Konrad Berchtold musste sich mit 0:2 geschlagen geben, danach war aber keine große Enttäuschung oder Ärger zu sehen, sondern erstmal Freude darüber, dass man bei so einem Turnier mitspielen und so etwas erleben kann. Wie es sich für große Sportsmänner gehört, haben sie den Männern vom Oman gebührend gratuliert – sie waren heute einfach besser. „Wir haben gut begonnen, hatten nach wenigen Minuten auch schon einen Lattenschuss. Es war das erwartet schwere Match gegen eine spielstarke Mannschaft. Wir waren von Anfang an hellwach, mit der Fortdauer des Spiels übernahmen die Gegner das Kommando“, bilanzierte der Coach. Die Niederlage ist natürlich nicht angenehm, aber kein Weltuntergang. Gegen den nächsten Gegner Rwanda (am 16. März) will und muss man allerdings punkten, besser wäre natürlich ein Sieg!

Fotos von der Partie gegen Oman gibt es HIER!

Auch für die beiden Leichtathleten aus dem Burgenland (Team Dornau) wurde es heute zum ersten Mal ernst. Christine Werkovits und Stefan Holzinger sind unsere "Oldies", aber mit dreifachem Ausrufezeichen unsere Goldies!!! Wenn man sie trifft, geht einem das Herz auf - das haben auch alle anderen hier in den VAE schon gemerkt. Heute stand für sie das Divisioning über die 25 Meter auf dem Programm. Sie haben es bravourös gemeistert - siehe Video und Fotos! Trainer Christopher Koller kann zurecht zufrieden sein. Holzinger lief die 25 Meter in 8,14 Sekunden, die 50 Meter finishte er in 16,89 Sekunden. Werkovits kam über die 25 Meter nach 12,17 Sekunden ins Ziel.

Die Leichtathleten sind ja nach wie vor in Dubai stationiert, genauso wie die Schwimmer. Auch für sie war heute zum Teil schon Divisioning, morgen springen noch viel mehr der österreichischen Delegation ins Wasser des Hamdan Sports Complex. Sie gehen zuversichtlich und perfekt vorbereitet in die Bewerbe! 

Im Einsatz waren an diesem Tag ebenso unsere Tennisspieler Barbara Pölzl und Sascha Rössl. Sie zeigten im Divisioning gleich mal, wo der steirische Bartl den Most holt und bewiesen, dass sie in den letzten Wochen intensiv und fleißig trainiert haben. Babsi gewann ein Spiel und verlor eines, Sascha gewann beide Spiele. Ein guter Start für die zwei Weststeirer und Trainer Martin Galler!

Ganz stark präsentierten sich unsere "Meister des kleinen Balls": Felix Zver und Thomas Aufschnaiter gewannen im Tischtennis-Doppel vier von fünf Spielen im Divisioning! Da staunte auch ihr Trainer Karl Kreisberger nicht schlecht... ;-)

Trainingstage standen für unsere Judokas, die Reiter sowie die Segler auf dem Programm. Sie alle stehen ja vor einer großen Herausforderung, denn sie mussten sich an eine neue Bootsklasse bzw. an fremde Pferde gewöhnen. Jeder, der sich in dieser Sportart auskennt, weiß: Das ist alles andere als einfach und es braucht dafür viel Gefühl und Geduld. Dass sie das aber alle drauf haben, davon gehen wir aus und da machen wir uns auch absolut keine Sorgen. ;-) Außerdem haben sie routinierte Trainer an ihrer Seite, die ihnen sicherlich die wertvollsten Tipps geben können.

Äußerst sensibel ging die Zuteilung der Pferde bei den Reitern über die Bühne, wie man sich vorstellen kann. "Wir haben das Horse-Matching gut hinter uns gebracht, haben nun halbwegs passende Pferde für die vier Athleten bekommen. Leider mussten wir zweimal um einen Wechsel der Pferde bitten, da es einige gefährliche Situationen durch zu schnelle oder aufgeregte Pferde gab", erklärt Trainerin Denise Kolbitsch. Daher wurde der Wechsel auf andere Pferde beantragt. Andere Nationen hatten auch das gleiche Problem, umso schwieriger ist dieses ganze Procedere. Nun scheint es aber gut zu funktionieren. "Ansonsten ist ja auch alles perfekt organisiert", so Kolbitsch.

Gute Ratschläge haben auch die Trainer und Unified-Partner für unsere Golfer parat. Gleich zweimal gibt es die "Vater-Sohn-Paarung" Franz Bernhard Klampfer tritt mit Papa Franz an, Simon Wehrhan mit Papa Markus. Sie haben heute neun Löcher gespielt und so den anspruchsvollen Platz kennengelernt. "Es ist ein wunderschöner Platz mit engen Fairways und schnellen Greens. Simon und Franzi haben aber schon sehr gut gespielt und wir gehen daher positiv gestimmt in den Wettkampf und freuen uns schon richtig darauf", erzählt Markus Wehrhan. Sie gingen übrigens gemeinsam mit Spielern der Elfenbeinküste auf die Runde.

Im Einzelbewerb treten Johanna Pramstaller, Katharina Swanson und Anna-Maria Mächler an. Sie brauchten für ihre Trainingsrunde heute 58, 63 bzw. 65 Schläge - zufriedenstellend, wie Coach Josef Schittl analysiert: "Wir haben noch einen ganzen und einen halben Tag zum Trainieren. Das wird sicher gut passen!"

Nach Oben Scrollen
SOÖ Hintergrund
Vorarlberg Nordtirol Osttirol Kärnten Salzburg Steiermark Burgenland Oberösterreich Wien Niederösterreich